Kohlmotte Kohlschabe
Kohlmotte (Foto: olei@despammed.com, http://bit.ly/1XiIvdq, http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5/, commons.wikimedia.org)

US-Universität will genmanipulierte Kohlmotten freisetzen

24.05.2017

Die Cornell Universität will im US-Bundesstaat New York gentechnisch veränderte (GVO) Kohlmotten freisetzen. Die zuständige US-Genehmigungsbehörde hat dazu nun eine positive Umweltverträglichkeitsprüfung veröffentlicht. Bio-Landwirte wehren sich gegen das Vorhaben.

Die Kohlmotte – auf englisch diamondback moth – legt ihre Eier auf die Blattunterseite von Kohlgewächsen wie Brokkoli oder Weißkohl. Die geschlüpften Raupen fressen dann die Blätter, was sie bei den Gärtnern zu einem gefürchteten Schädling macht. Um den kleinen Nachtfalter zu bekämpfen, hat die Biotechnologiefirma Oxitec männliche Motten so manipuliert, dass die von ihnen gezeugten weiblichen Tiere noch im Ei sterben. Aus den männlichen Raupen entwickeln sich Motten, die sich weiter vermehren können. So könnte binnen kurzem eine Kohlmottenpopulation mangels weiblicher Motten ausgelöscht werden. [+] mehr...

Bundestag
Foto: (c) Deutscher Bundestag / Katrin Neuhauser

Gesetzentwurf zum Anbauverbot von Gentech-Pflanzen ist gescheitert

20.05.2017

UPDATE +++ Das umstrittene Gesetz zum Anbauverbot für gentechnisch veränderte Organismen (GVO) wird vor der Bundestagswahl nicht mehr verabschiedet. Wie die SPD-Fraktion im Bundestag mitteilte, wollen die Forschungspolitiker der CDU/CSU den notwendigen Nachbesserungen am Entwurf von Agrarminister Christian Schmidt (CSU) nicht zustimmen. „Besser kein Gesetz als ein schlechtes Gesetz“, brachte der Bund ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) die Reaktionen von Umwelt- und Bioverbänden auf den Punkt.

Die EU erlaubt seit 2015 mit ihrer so genannten Opt-out-Regelung, dass Mitgliedsstaaten den Anbau von in der EU zugelassenen GVO verbieten können. Mit dem Gesetzentwurf wollte Minister Schmidt regeln, wie ein solches nationales Anbauverbot in Deutschland umzusetzen ist. Seine Vorschläge stießen von Anfang an auf den Widerstand von Bio- und Umweltverbänden. Auch die Bundesländer lehnten den Entwurf ab und präsentierten eigene Vorschläge. Sie alle kritisierten, dass Schmidts Entwurf eine Vielzahl komplizierter Regelungen enthalte und bundeseinheitliche Anbauverbote unmöglich mache. [+] mehr...

Glyphosat
Glyphosat auf EU-Äckern noch bis 2027? (Foto: Chafer Machinery/Flickr.com)

EU-Kommission will Glyphosat für weitere zehn Jahre zulassen

17.05.2017

Die EU-Kommission hat einem Vorschlag von Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis zugestimmt. Er sieht vor, das Herbizid Glyphosat für weitere zehn Jahre zuzulassen. Darüber will die Kommission nun mit den Mitgliedsstaaten verhandeln, meldete der österreichische Agrarinformationsdienst aiz.info.

Offiziell handle es sich nicht um einen formellen Vorschlag, sondern nur um eine informelle Mitteilung, erklärte eine Sprecherin der Kommission gegenüber dem Informationsdienst EurActiv. Man gehe mit den zehn Jahren in die Diskussion, es müssten aber die Mitgliedsstaaten über die Dauer der Zulassung entscheiden. Die Kommission wolle eine Lösung finden, die eine „größtmögliche Unterstützung“ bekomme, ein hohes Schutzniveau für die menschliche Gesundheit und die Umwelt sicherstelle und sich auf die verfügbaren wissenschaftlichen Daten stütze. Diese sprechen aus Sicht der Kommission für eine Zulassung von Glyphosat. Man habe den Wirkstoff „bis zum Überdruss" analysiert, verkündete EU-Agrarkommissar Phil Hogan vor wenigen Tagen im Landwirtschaftsausschuss des Europaparlaments. [+] mehr...

Indien Kleinbauern Saatgut
Bislang ohne Gentechnik - Kleinbauern sind das Rückgrat der indischen Lebensmittelproduktion (Foto: Jim C / flickr, CC BY-NC 2.0)

Indische Bauern wehren sich gegen Gentech-Senf

16.05.2017

Das indische Umweltministerium muss sich entscheiden, ob es erstmals ein gentechnisch verändertes (GVO) Lebensmittel für den kommerziellen Anbau zulässt. Das für die Risikobewertung zuständige Komitee GEAC empfiehlt die Zulassung. Ein breites Bündnis von Bauernverbänden und Hunderten von Nichtregierungsorganisationen kämpft dagegen und macht Druck auf die Regierung.

Bisher darf in Indien nur GVO-Baumwolle angebaut werden. 2010 scheiterte der indische Monsanto-Partner Mahyco mit einem Zulassungsantrag für GVO-Auberginen am breiten Widerstand der indischen Zivilgesellschaft. Wie Auberginen gehören auch Senfkörner und Senföl zu den Basics der indischen Küche. Entsprechend groß sind die Vorbehalte gegen den GVO-Senf. Entwickelt haben ihn Wissenschaftler der Universität New Delhi. Die manipulierte Pflanze ist resistent gegen das von Bayer entwickelte Herbizid Glufosinat. [+] mehr...

Soja Ernte
Sojaernte (Foto: United Soybean Board / flickr, Lizenz: creativecommons.org/licenses/by/2.0)

Bericht: Weltweiter Gentech-Anbau erreicht Höchststand

11.05.2017

Nach einem Rückgang 2015 soll im vergangenen Jahr weltweit wieder mehr Ackerfläche mit gentechnisch veränderten Pflanzen (GVO) bebaut worden sein. Wie der Internationale Service für die Nutzung von Gentechnik in der Landwirtschaft (ISAAA) kürzlich berichtete, habe sich die Anbaufläche für GVO um drei Prozent auf einen neuen Höchststand von 185,1 Millionen Hektar vergrößert. Vor allem Brasilien und die USA pflanzten demnach mehr GVO als 2015. In Indien und Argentinien wuchsen dagegen weniger Gentech-Pflanzen.

Im Wesentlichen geht es um Soja (50 Prozent), Baumwolle, Mais und Raps. Dabei sei der Anteil der GVO-Pflanzen an der weltweiten Gesamternte von Soja, Baumwolle und Mais jeweils um ein paar Prozentpunkte gesunken. Auf europäischen Äckern findet sich nur der Gentech-Mais MON 810, und zwar auf insgesamt gut 134000 Hektar in Spanien, Portugal, Tschechien und der Slowakei. Das waren fast 17 Prozent mehr als 2015. [+] mehr...