Mitstreiterinnen des Monsanto-Tribunals (Foto: Monsanto-Tribunal)
Mitstreiterinnen des Monsanto-Tribunals (Foto: Monsanto-Tribunal)

Monsanto symbolisch verurteilt

19.04.2017

UPDATE +++ Der US-Konzern Monsanto verletze durch seine Aktivitäten die Rechte der Menschen auf Gesundheit, Nahrung und eine intakte Umwelt. Zu diesem Ergebnis kamen fünf internationale Juristen, die im Rahmen des Monsanto-Tribunals die Rolle des Konzerns völker- und menschenrechtlich beurteilten.

Das Monsanto-Tribunal ist eine symbolische Gerichtsverhandlung, organisiert von einer internationalen Gruppe von Umweltaktivisten. Sie konnten namhafte Juristen wie die ehemalige Generalanwältin des Internationalen Strafgerichtshofs für Ruanda, die Senegalesin Dior Fall Sow, als Richter gewinnen. Diese Richter hörten Mitte Oktober 2016 insgesamt 30 Zeugen an. Darunter waren Bauern, Imker, Anwälte, Gesundheitsexperten und Wissenschaftler aus Nord- und Südamerika, Europa, Asien und Afrika. Monsanto war ebenfalls eingeladen, hatte eine Teilnahme aber abgelehnt. Das Unternehmen erklärte, das Tribunal habe eine „Gruppe ausgewählter Gegner der Landwirtschaftstechnik und Monsanto-Kritikern inszeniert, die sich gleichermaßen als Organisatoren, Richter und Jury gaben.“ Es sei deutlich, „dass das Endergebnis im Vorfeld bereits festgelegt worden war.“ [+] mehr...

Getreide und Brote (Foto: Pixabay)
Getreide und Brote (Foto: Pixabay)

NGO kritisiert "Ausverkauf unserer Ernährung"

13.04.2017

Es geht um Weizen, Tomaten, Salate und Gurken: Rund 320 Patente auf Pflanzen wurden im Jahr 2016 bei der Weltpatentbehörde (WIPO) in Genf eingereicht. Das teilte die Initiative „Keine Patente auf Saatgut!“ mit. Mit ihrer Recherche will sie ihre Forderung untermauern, dass künftig keine Patente auf konventionell gezüchtete Pflanzen mehr erteilt werden.

Unstrittig ist, dass gentechnisch veränderte Pflanzen (GVO) patentiert werden können. Das betrifft 230 der 320 bei der WIPO beantragten Patente. Es wurden aber auch 60 Patente für konventionell gezüchtete oder durch zufällige Mutation entstandene Pflanzen beantragt. Patente auf Getreide oder Gemüse aus herkömmlicher Züchtung bedeute den „Ausverkauf unserer Ernährungsgrundlagen“, kritisierte Christoph Then, Sprecher von „Keine Patente auf Saatgut!“. 50 Patentanmeldungen betreffen sowohl konventionelle Züchtung als auch Gentechnik. [+] mehr...

Ein Gentechnik-Baukasten von Odin (Foto: Dirk Zimmermann)
Ein Gentechnik--+-Baukasten von Odin (Foto: Dirk Zimmermann)

Behörden warnen vor Krankheitserregern in Gentechnik-Baukästen

10.04.2017

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat vor einem Do-it-yourself-Gentechnik Baukasten aus den USA gewarnt. Das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hatte in dem Produkt der Firma The Odin potenziell krankheitserregende Bakterien nachgewiesen. Eine Infektion könne nicht vollständig ausgeschlossen werden, so das LGL.

Eine Verbreitung in der Bevölkerung sei allerdings unwahrscheinlich. Laut LGL wurden "Bakterien der Risikogruppe 2 nachgewiesen, die darin nicht enthalten sein dürften, darunter Enterococcus faecalis und Klebsiella pneumoniae.“ Sie könnten unter anderem Sepsis oder Harn- und Wundinfektionen hervorrufen. Personen, die den Baukasten besitzen, empfahl das LGL, ihn nicht zu öffnen und keine Experimente durchzuführen, sondern Kontakt mit dem örtlich zuständigen Gesundheitsamt aufzunehmen. [+] mehr...

ChemChina-Syngenta: marriage made in hell (Foto: Friends of the Earth Europe/Lode Saidane, http://bit.ly/2nJZ0AR, http://bit.ly/1hYHpKw)
ChemChina-Syngenta: marriage made in hell (Foto: Friends of the Earth Europe/Lode Saidane,-+-http://bit.ly/2nJZ0AR, http://bit.ly/1hYHpKw)

EU-Kommission: ChemChina darf Syngenta kaufen

05.04.2017

Der staatseigene chinesische Chemiegigant ChemChina darf den Schweizer Saatgut- und Pestizidkonzern Syngenta übernehmen. Europäische wie amerikanische Wettbewerbshüter hätten dem 43 Milliarden Dollar-Geschäft zugestimmt, teilten die Unternehmen und die Europäische Kommission heute mit. Beide Firmen gehen davon aus, dass die Hochzeit bis Juli über die Bühne gehen wird.

Damit hat die Europäische Kommission innerhalb von acht Tagen bereits die zweite Übernahme in der Agrochemie genehmigt. Erst vergangene Woche hatte sie den US-amerikanischen Chemiekonzernen Dow und DuPont die Fusion unter Auflagen erlaubt. Auch diesmal ist der Kauf an Bedingungen geknüpft: ChemChina muss wesentliche Teile des europäischen Pestizid- und Wachstumsreglergeschäfts seines Tochterunternehmens Adama veräußern, des weltweit größten Herstellers generischer Spritzmittel. Auf allen Märkten mit problematischen Überschneidungen werde ChemChina entweder die Produktsparte von Adama oder die betreffende Sparte von Syngenta verkaufen, so die EU-Kommission. [+] mehr...

Mais
Mais (Foto: JimmyMac210 / flickr, creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0)

Deutsches Maissaatgut ist gentechnikfrei

04.04.2017

Routinemäßig überprüfen die zuständigen Behörden der Bundesländer das Saatgut auf gentechnische Verunreinigungen (GVO), bevor es ausgesät wird. So schickten sie von Oktober 2016 bis März 2017 insgesamt 490 Proben Maissaatgut in ihre Labore. Zum ersten Mal seit mehr als 15 Jahren waren alle Proben frei von GVO. Das zeigen die von der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Gentechnik veröffentlichten Zahlen.

2011 waren noch sieben Prozent der amtlich kontrollierten Maisproben verunreinigt. In den folgenden Jahren sank die Quote stetig. Im Analysejahr 2016, also von 01.10.2015 bis 30.09.2016, fanden sich noch in drei von 520 Proben GVO-Spuren, das waren 0,6 Prozent. Jetzt waren alle Proben gentechnikfrei. „Die Ergebnisse der amtlichen Kontrollen zeigen, dass es möglich ist, Saatgut gentechnikfrei zu halten und die Nulltoleranz erfolgreich umzusetzen“, sagte Alexander Hissting, Geschäftsführer des Verbandes Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG). Die Saatgutreinheit sei die Basis für eine verlässliche ‚Ohne Gentechnik‘-Produktion von Lebensmitteln. [+] mehr...