Ohne Gentechnik Siegel
Ohne Gentechnik Siegel

Immer mehr Hersteller setzen auf ‚Ohne Gentechnik’-Siegel

08.05.2017

In Deutschland tragen mehr als 6.000 Lebensmittel das staatliche ‚Ohne Gentechnik’-Siegel. Allein im ersten Quartal 2017 stieg die Zahl der damit gekennzeichneten Produkte um 12,5 Prozent. Das meldete der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG), der das Siegel vergibt. „Lebensmittel mit ‚Ohne Gentechnik‘-Kennzeichnung nehmen einen festen Platz in den deutschen Supermarktregalen ein“, sagte Alexander Hissting, Geschäftsführer des VLOG, und rechnete vor, dass die Hersteller in 2017 voraussichtlich 4,4 Milliarden Euro Umsatz mit diesen Lebensmitteln machen werden.

Mit 2,44 Milliarden Euro entfallen über die Hälfte dieser Umsätze auf rund 1600 Milchprodukte. Eine gute Milliarde Euro setzen die Hersteller von Geflügelfleisch um, die etwa 1400 Produkte beim VLOG lizenziert haben. Drittes wichtiges Segment ist der Eiermarkt mit einem ‚Ohne Gentechnik’-Umsatz von 690 Millionen Euro. Die Umsatzzahlen hat der VLOG erstmalig erhoben. Sie beruhen auf Prognosen der Lebensmittelherstellern, die das Siegel nutzen, und geben deren Verkaufspreise wieder. „Auf Grundlage einer durchschnittlichen Handelsspanne liegen die Umsätze von Lebensmittel mit ‚Ohne Gentechnik’-Siegel im Lebensmitteleinzelhandel etwa 20 Prozent höher.“ [+] mehr...

DNA Genom
DNA-Modell der Ausstellung 'Genome: The Secret of How Life Works' im Jahr 2012 (Foto: George Bush Presidential Library and Museum / flickr, creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0)

Streit bei Dialogveranstaltung zu neuen Techniken

05.05.2017

Während die Koalitionsfraktionen im Bundestag noch über das Gentechnikgesetz verhandeln, lud das federführende Bundeslandwirtschaftsministerium kürzlich die gesellschaftlichen Kräfte zum Dialog über die „neuen molekularbiologischen Techniken“. Tenor der geladenen Wissenschaftler aus der Anwendungsforschung: Die neuen Techniken wie CRISPR-Cas seien nützliche, preiswerte und risikoarme Züchtungsinstrumente für Pflanzen und Tiere. Gentechnikkritische Organisationen monierten, die Veranstaltung sei parteilich gewesen, und mache kurz vor der Bundestagswahl wenig Sinn.

„Voraussetzung für einen fundierten Dialog ist eine ausgewogene natur- sowie wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Debatte“, sagte der Geschäftsführer des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Peter Röhrig, als Stakeholder. „Dabei dürfen nicht nur die zu Wort kommen, die neuartige Gentechniken einsetzen wollen oder von deren Entwicklung leben.“ Im wissenschaftlichen Teil der Dialogveranstaltung referierten Prof. Stefan Schillberg vom Fraunhofer Institut für Molekularbiologie, Prof. Nicolaus von Wirén vom Leibniz Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung sowie Prof. Angelika Schnieke vom Lehrstuhl für Biotechnologie der Nutztiere der Technischen Universität München [+] mehr...

Petunien
Petunien (Foto: Gardenandgreen / wikimedia, http://bit.ly/1rl9SWD, http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)

Gentechnisch veränderte Petunien gefunden – sie kamen aus Deutschland

05.05.2017

In Finnland hat die dortige Behörde für Lebensmittelsicherheit (Evira) orangefarbene Petunien und Saatgut dieser Zierpflanzen entdeckt. Da es orangefarbene Petunien in der Natur nicht gibt, ließ die Behörde die Pflanzen molekularbiologisch untersuchen. Sie waren tatsächlich gentechnisch verändert und wurden vom Markt genommen. Denn in der EU sind keine gentechnisch manipulierten Petunien für Anbau oder Vermarktung zugelassen. Nach Mitteilung von Evira wurden Setzlinge und Saatgut für die orangen Gentech-Petunien aus Deutschland und den Niederlanden importiert. Risiken für Mensch und Umwelt schloss die Behörde aus. Die Pflanzen seien einjährig und nicht winterhart.

Die Ermittlungen zur Herkunft der Gentech-Petunien führten nach Nordrhein-Westfalen. Das dortige Umweltministerium hat in drei Gartenbau-Unternehmen Proben sicherstellen lassen. Händler, Züchter und Zulieferer müssten überprüft werden. Es gehe darum, den Ursprung der genetischen Veränderung zu finden, erklärte das Ministerium gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Der Zentralverband Gartenbau hat seine Mitglieder aufgerufen, den Verkauf von orangefarbenen Petunien einzustellen bis die Ergebnisse der Untersuchungen vorlägen. Die drei Betriebe sollen nach Angaben der Westfälischen Nachrichten zusammen fast 100 Millionen €  Umsatz im Handel mit Petunien erlösen. [+] mehr...

Bild Europa
Foto:gerald, www.pixelio.de-+-

EU-Berater betonen Vorteile neuer Züchtungsmethoden

04.05.2017

Ein hochrangiges wissenschaftliches Beratergremium der EU-Kommission hat einen Bericht über neue gentechnische Züchtungsverfahren veröffentlicht. Er vergleicht neue Verfahren wie die Gen-Schere CRISPR-Cas mit konventioneller Mutationszüchtung und den bisherigen Verfahren zur Erzeugung gentechnisch veränderter Organismen. Dabei hebt der Bericht vor allem die von Anwendern und Befürwortern der neuen Verfahren behaupteten Vorteile hervor.

So kommen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass mit den neuen Verfahren weit präziser ins Erbgut eingegriffen werden könne als bisher. Deshalb sei die Gefahr unerwünschter Nebeneffekte deutlich geringer als bei den bisherigen gentechnischen Verfahren oder der herkömmlichen Mutagenese. Bei dieser werden durch Chemikalien oder radioaktive Bestrahlung zufällige Erbgutveränderungen im Saatgut hervorgerufen. Stoßen die Züchter später im Anbau auf interessante Änderungen, arbeiten sie mit diesen Pflanzen weiter. Im Vergleich dazu könnten durch die neuen Verfahren die gewünschten Erbgutveränderungen deutlich schneller erreicht werden, heißt es im Bericht. [+] mehr...

Gurken Pflanzenzucht Züchtung
©BLE, Bonn/Foto: Thomas Stephan

Synthetische Gentechnik: Bericht zeigt die Risiken auf

28.04.2017

Mit Instrumenten wie der Gen-Schere CRISPR-Cas eröffnen sich neue Möglichkeiten zur Manipulation des Erbguts. In einem Bericht hat die Organisation Testbiotech die Risiken und Probleme zusammengestellt, die sich aus der Anwendung der neuen Gentechnikverfahren ergeben.

Durch die neuen Verfahren lässt sich zusätzliche, im Labor hergestellte DNA an jeder beliebigen Stelle des Erbguts einbauen. Angewandt werden können sie bei Nutztieren und Nahrungspflanzen ebenso wie bei Versuchstiere und Menschen oder in freier Wildbahn, etwa bei Insekten, Wildtieren, Bäumen und Gräsern. Testbiotech-Autor Christoph Then warnt davor, dass viele Biotechnologie-Firmen sich in einem „gnadenlosen Wettbewerb um Forschung, Entwicklung und Vermarktung“ befinden und deshalb „alles technisch Mögliche auch versuchen“, um ihre Position zu verbessern. [+] mehr...