Patentfreies Bier (miffyhase, Stärkung auf der Promenade, http://bit.ly/2gk5sOM, https://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/)
Patentfreies Bier (miffyhase, Stärkung auf der Promenade, http://bit.ly/2gk5sOM, https://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/)

Aufruf gegen Patente auf Bier gestartet

17.03.2017

Mehr als 30 Nichtregierungsorganisationen (NGOs) fordern von der Politik wirksame Verbote, um Patente auf Pflanzen und Tiere aus konventioneller Züchtung zu verhindern. Das teilte das Bündnis „Keine Patente auf Saatgut!“ mit. Nach Angaben des Europäischen Patentamtes (EPA) liegen aktuell 320 solcher Patentanträge oder Einspruchsverfahren auf Eis. Es wird erwartet, dass der Verwaltungsrat des EPA bis zum Sommer über das weitere Vorgehen entscheiden wird.

Konkret wendet sich der Protest der NGOs gegen drei Patente für die Brauereikonzerne Carlsberg und Heineken, die 2016 vom EPA erteilt wurden (EP2384110, EP2373154 und EP2575433). Sie erstrecken sich auf Gerste aus konventioneller Züchtung und deren Verwendung durch die Brauereien sowie das damit produzierte Bier. Diese Patente beruhen nach Ansicht der NGOs auf zufälligen Mutationen im Erbgut der Pflanzen. Carlsberg entgegnete, das besonders energiesparende Brauverfahren sei geschützt. [+] mehr...

Herbizide Glyphosat Pestizide allgemein
Herbizide (Foto: Chafer Machinery / flickr, creativecommons.org/licenses/by/2.0)

Europäische Chemikalien-Agentur: Glyphosat nicht krebserregend

15.03.2017

UPDATE +++ Die vorliegenden wissenschaftlichen Belege reichen nach Ansicht der europäischen Chemikalien-Agentur ECHA nicht aus, um den Pestizidwirkstoff Glyphosat als krebserregend, mutagen oder schädlich für die Fortpflanzung zu klassifizieren. Diese Entscheidung ihres Ausschusses für Risikobeurteilung (Risk Assessment Committee, RAC) gab die Agentur heute bekannt. Umweltschützer fordern, die Zulassung für Glyphosat zum Jahresende auslaufen zu lassen.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) verwies darauf, dass die Krebsagentur der Weltgesundheitsorganisation IARC Glyphosat weiterhin als „krebserregend beim Menschen“ einstufe. Auch ein kalifornisches Gericht entschied jüngst, dass der US-Bundesstaat glyphosathaltige Produkte auf seine Krebs-Warnliste setzen darf. Die deutsche Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hatte der ECHA empfohlen, vor Schäden für Organe, Augen und Wasserorganismen zu warnen. Einer BUND-Studie zufolge hatten 70 Prozent der im Jahr 2013 in Deutschland getesteten und 44 Prozent der europaweit untersuchten Personen Glyphosat im Urin. [+] mehr...

FAO
Plenary of the CFS (Photo: FAO/Giuseppe Carotenuto)

Gentechnik gegen den Hunger? Für die FAO kein Thema

13.03.2017

Immer wieder behaupten die großen Saatgutkonzerne, dass ihre gentechnisch veränderten Pflanzen notwendig seien, um die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren. Die Welternährungsorganisation FAO sieht das anders. In ihrem neuen Bericht zur Zukunft der Ernährung hat sie der Agro-Gentechnik nur einen einzigen Absatz gewidmet.

Der Report „The Future of Food and Agriculture” beschreibt 15 Trends und zehn Herausforderungen für die weltweite Ernährungssicherheit. Der Druck auf die vorhandenen natürlichen Ressourcen, die zunehmende wirtschaftliche Ungleichheit und die Auswirkungen des Klimawandels gefährden aus Sicht der FAO das Ziel, den Hunger bis zum Jahr 2030 zu beenden. Zwar sei es in den letzten 30 Jahren durch eine wachsende Produktion von Lebensmittel gelungen, den Hunger einzudämmen. Doch sei dies mit erheblichen Umweltschäden verbunden gewesen. „Ressourcenintensive landwirtschaftliche Systeme mit hohem Input haben massive Waldzerstörungen, Wasserknappheit, Bodenverarmung und ein hohes Niveau an klimaschädlichen Emissionen verursacht“, schreibt die FAO. Nachhaltig sei diese Art der Intensivlandwirtschaft nicht. Notwendig seien statt dessen innovative Ansätze wie die Agrarökologie oder Agro-Forst-Systeme, die die natürlich Ressourcen schützen und dennoch produktiv sind. [+] mehr...

Mais Schmetterling Falter
Foto: Jason Prini / flickr, Lizenz: creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0)

Grüne: EU-Kommission wird Gentech-Mais zulassen

11.03.2017

Die Fraktion Bündnis90/Die Grünen im Bundestag geht davon aus, dass die EU-Kommission „zeitnah“ drei neue gentechnisch veränderte (GVO) Maissorten zum Anbau in der Europäischen Union (EU) zulassen wird. Der zuständige EU-Berufungsausschuss am 27. März werde das wohl nicht verhindern, heißt es in einem Antrag, den die Fraktion vergangenen Donnerstag in den Bundestag einbrachte. Das wäre die erste Anbauzulassung für GVO-Mais nach fast 20 Jahren.

Das Problem liegt im komplizierten Verfahren: Wollen die Mitgliedsstaaten der EU die Zulassung eines GVO verhindern, brauchen sie im Ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel eine qualifizierte Mehrheit. Da diese im Fall der drei GVO-Maissorten MON810, 1507 und Bt11 im Januar nicht zustande kam, muss nun der Berufungsausschuss entscheiden. Der Gentechnikexperte der Grünen im Bundestag, Harald Ebner, geht davon aus, dass sich die Mehrheitsverhältnisse auch diesmal nicht ändern. [+] mehr...

Biofuel
40% of the U.S. corn supply is used to produce ethanol (Photo: mrobenalt/Flickr.com)

USA: Verunreinigt Gentech-Mais Lebensmittel?

07.03.2017

Die Maissorte Enogen des Konzerns Syngenta - für die Ethanol-Herstellung gentechnisch optimiert - wurde jetzt erstmals auch in Speisemais nachgewiesen. Das berichtete der Organic & Non-GMO-Report. Gentechnik-Kritiker befürchten, dass damit der nächste große Verunreinigungsfall begonnen hat, dessen Aufarbeitung Milliarden Dollar kosten könnte.

Bereits 2011 hatte das US-Landwirtschaftsministerium die gentechnisch veränderte Maissorte Enogen für den Anbau zugelassen. Das Erbgut eines Bakteriums sorgt dafür, dass die Maiskörner Alpha-Amylase herstellen, ein hitzestabiles und Stärke abbauendes Enzym. Gedacht ist der enzymhaltige Mais als Rohstoff für Anlagen, die die Maisstärke in Ethanol für Treibstoff umwandeln. So sparen die Anlagenbetreiber den Zusatz eigens hergestellter flüssiger Enzyme. Einen Teil des eingesparten Geldes bekommen die Bauern als Aufschlag und Syngenta kassiert Lizenzgebühren. [+] mehr...