10.03.2010
John Dalli (Malta), EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz ist zuständig in Sachen Gentechnik; Quelle: EU-Kommission
Die europäische Lebensmittelbehörde EFSA hat ihre Leitlinien für die Umweltverträglichkeitsprüfung von Gentechnik-Pflanzen sowie ihren Einfluss auf Nicht-Ziel-Organismen überarbeitet. Bis 30.4.2010 kann jeder Interessierte, Stellung zu den Konsultationen nehmen. Zeitgleich hat die EU-Kommission einen Verordnungsentwurf bei der WTO eingereicht, der nahezu deckungsgleich mit den alten Leitlinien der EFSA ist. Die Frage warum eine alte, ohnehin immer wieder auf Lückenhaftigkeit kritisierte Leitlinie nun zur Verordnung werden soll, bleibt schleierhaft. Vielleicht bringt der heutige Besuch bei der EFSA von EU-Kommissar John Dalli, zuständig in Sachen Gentechnik, Entwirrung. Testbiotech, Institut für unabhängige Folgenabschätzung in der Biotechnologie spricht von ‚Dumping’ bei der Risikoforschung gentechnisch veränderter Pflanzen und warnt vor einer Verwässerung des vergleichsweise hohen Schutzniveaus der derzeit bestehenden Regelungen.
09.03.2010
Foto: Blauen-Institut;-+-Die Schweiz will ihr Gentechnik-Moratorium um drei Jahre verlängern.
Das Moratorium für gentechnisch veränderte Organismen in der Landwirtschaft wird in der Schweiz bis November 2013 verlängert. Nach dem Ständerat sprach sich auch der Nationalrat für eine entsprechende Änderung des Gentechnikgesetzes (GTG) aus. Grund der Verlängerung sind die nicht abgeschlossenen nationalen Forschungsvorhaben, die Klarheit zum Umgang mit gentechnisch veränderten Organismen bringen sollen. Im Nationalen Forschungsprogramm (NFP) werden die 'Nutzen und Risiken der Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen' untersucht. Deutschland steht nun vor der Wahl dem Vorbild Schweiz zu folgen, die bisher versäumte Risikoforschung nachzuholen und vom kommerziellen Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen Abstand zu nehmen.

Die Bundesregierung hat im Koalitonsvertrag festgelegt, Gentechnik-Pflanzen zu fördern. Was sagen Sie dazu? Schreiben Sie den verantwortlichen Ministern eine Nachricht!
Greenpeace-Aktion

Der GID, die Fachzeitschrift des Gen-ethischen Netzwerks, beschäftigt sich dieses Mal schwerpunktmäßig mit dem Thema „Agro-Gentechnik und Pestizide." Eine Anzahl von Autoren schreiben über die Verbindung zwischen der Entwicklung von gentechnisch veränderten Pflanzen (GVP) und dem Einsatz von Pestiziden. Einer der Beiträge zu diesem Thema ist ein Interview mit Marie-Monique Robin, der Produzentin von dem kultverdächtigen Dokumentationsfilm "Mit Gift und Genen."
GID Artikel online lesen
Auf der internationalen grünen Woche wurde der kritische Agrarbericht 2010 vorgestellt. Auch dieses Jahr ist ein Kapitel der Agro-Gentechnik gewidmet. Im Rückblick auf das Jahr 2009 erläutert Heike Moldenhauer die Tücken des Koalitionsvertrages, das Bangen um die Nulltoleranz und den 9-Punkte-Katalog für eine ökologische Risikoforschung. Martha Mertens geht in ihrem Beitrag "Kollaterlschäden im Boden" auf negative Wirkungen des Wirkstoffs Glyphosat auf Bodenleben und Bodenfruchtbarkeit ein. Seit dem Einzug der Agro-Gentechnik ist der Einsatz dieses Wirkstoffs enorm gestiegen. Jochen Koester erläutert die Schwierigkeiten des Sojaanbaus und kritisiert den vom WWF initiierten "runden Tisch für veranwortungsbewussten Sojaanbau" (RTRS).

Der Journalist Klaus Faißner umreißt in seinem jüngsten Werk in einfacher und kompakter Art und Weise die besondere Brisanz der Gentechnik in Landwirtschaft und Lebensmitteln. Es geht um den Druck der Gentechnik-Lobby, um Koexsitenz, die Existenzen kostet und um die speziellen Gefahren bei Patenten auf Nahrungsmittel. Es wird deutlich gemacht, warum Gentechnik keine Weiterentwicklung natürlicher Züchtung ist und auch warum die Widerstandsbewegung immer stärker wird. Es ist ein Appell an jeden Einzelnen, seinen möglichen Einfluß auf die Entwicklung wahrzunehmen. "Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf" (Goethe).

In "Sicherheitsrisiko Gentechnik" beleuchten Árpád Pusztai und Susan Bardócz die Rollen von Konzernen und Politik und deren indirekte Einflussnahme über die Finanzierung auf die Ergebnisse der Genforschung. Er liefert Vorschläge für eine effektive, wissenschaftlich seriöse Forschung im Dienste der Sicherheit von Mensch und Natur. Árpád Pusztai wurde nach der Veröffentlichung kritischer Gentechnik-Untersuchungen 1998 von seinem Posten an dem schottischen Rowett Research Institut suspendiert.
Orange Press: Sicherheitsrisiko Gentechnik
Alle wichtigen Fragen der Welternährung und Landwirtschaft werden in dieser Broschüre mit Grafiken erläutert. Auch die Rolle der Gentechnik wird kritisch beleuchtet.
Christof Potthof vom Gen-ethischen Netzwerk gibt in der jüngsten Ausgabe des GID einen Überblick darüber, wie sich die Agro-Gentechnik als klimaschonend verkauft - und was dagegen einzuwenden ist.
GID 197 - Februar 2010

Das Handbuch Genfood gibt Antworten und fasst kompakt zusammen, was jeder wissen muss, der gentechnisch veränderten Lebensmitteln nicht gleichgültig gegenübersteht.
Max Annas und Jürgen Binder, 2009 im Orange Press
Wirkt sich der Anbau von Bt-Mais auf die angrenzenden Bäche und Seen aus? Interessant sind Untersuchungen zu Köcherfliegen. Denn sie sind eng verwandt mit Schmetterlingen, gegen die der Gentechnik-Mais durch sein Bt-Gift resistent ist. Und ihre Larven leben im Wasser. Das Bt-Gift wurde in teils hohen Konzentrationen in Gewässern nachgewiesen werden. Der NABU hat nun neueste Erkenntnisse zusammengefasst.
Ursprünglich wurde der Flyer von den Witzenhäuser Agrar-Studierenden, Landwirten und Gärtnern für eine gentechnikfreie Landwirtschaft für die Aktionärsversammlung der KWS Saat AG, Anfang des Jahres, als Antwort auf einen Propaganda Flyer der KWS Saatgut aus dem Jahr davor erstellt. Der Flyer ist jedoch weiterhin aktuell und universal einsetzbar, da dieser die als "Fakten" ausgegebene Begründungen für eine grüne Gentechnik von KWS Saatgut und somit auch anderen Befürwörtern der grünen Gentechnik, präzise widerlegt.
● Zahlen und Statistiken:
Was wächst wo?
● Amflora:
Zugelassen aber nicht gefragt
Warum wir die Genkartoffel hassen dürfen
Stern.de (4.3.2010)


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Die Guten Gründe online
Vielfalt ernährt die Welt
Eine Reportage zur großen Kundgebung in Ulm mit Annette Schavan, Hans Herren u.a.
Cine Rebelde
Monsanto - Mit Gift und Genen
Marie Monique Robins Dokumentation über die rücksichtslose Unternehmenspolitik Monsantos:
google.video
Werner Müller: Heimspiel der Industrie
Hier gibt es einen Mitschnitt eines Vortrages von Werner Müller über die europäische Zulassungspraxis von Gentech-Pflanzen.
Mitschnitt vom Werner-Müller-Vortrag
Genetic Engineering in Hawai'i
Die englische Reportage beschreibt die Gefahren des Gentechnik-Anbaus für die kleinen Inseln von Hawaii.
youtube.com
Animation zu Gentechnik in der Landwirtschaft
Eine Zusammenfassung zum Thema Agro-Gentechnik von Greenpeace Schweiz.
youtube.com
Reportage: Gentechnikfreie Regionen in Deutschland
In Deutschland werden gentechnikfreie Regionen von Landwirten gegründet, die sich gegenseitig verpflichten ohne Gentechnik zu arbeiten. Ein Kurzbericht dazu aus Brandenburg.
eed.de
Film: "The Future of Food"
Der Dokumentar-Film beschreibt, wie der Saatgut-Hersteller Monsanto Lebensmittel manipuliert und die weltweite Kontrolle über Nahrungsmittel anstrebt.
Ökofilm
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